Leistungsabfall trotz Training: Wenn Blutwerte wichtige Hinweise liefern

Regelmäßiges Training soll den Körper eigentlich stärker und ausdauernder machen. Doch manchmal bleiben Fortschritte aus, die gewohnte Belastung fällt schwerer oder die Erholung nach einer Einheit dauert länger als früher. Dann wird oft zuerst am Trainingsplan geschraubt, obwohl auch Schlaf, Ernährung und anhaltender Stress Einfluss auf die Leistung haben können. Wenn sich dadurch keine klare Erklärung findet, können Blutwerte zeigen, wie der Körper auf die Belastung reagiert und ob bestimmte Bereiche genauer betrachtet werden sollten.

Erweitertes Blutbild für eine bessere Diagnose

Wenn die Leistung über längere Zeit nachlässt, obwohl das Training unverändert weiterläuft, kann eine erweiterte Blutuntersuchung zusätzliche Hinweise liefern. Anders als ein klassisches Blutbild beschränkt sie sich nicht auf die Zusammensetzung der Blutzellen. Je nach Untersuchung werden auch Werte berücksichtigt, die mit Muskelbelastung, Regeneration, Energieversorgung und dem Stoffwechsel zusammenhängen.

Dazu gehören zum Beispiel Kreatinkinase, Laktatdehydrogenase, Harnsäure, Albumin und Präalbumin. Sie werden bei einem Standardcheck nicht automatisch untersucht, können für sportlich aktive Menschen aber interessant sein. Da solche Werte nicht zum üblichen Blutbild gehören, können sie bei Anbietern wie Bluttuning bestimmt werden. Das Blutbild umfasst dabei mehr als 120 Parameter. Neben den üblichen Werten können dabei auch die genannten Marker untersucht werden. Welche Werte im Einzelfall sinnvoll sind, hängt davon ab, was beim Training oder im Alltag auffällt.

Hausarztpraxen hingegen führen solche umfangreichen Blutbilder nicht selbst durch. Sie nehmen Blut ab und schicken die Proben für spezielle Untersuchungen an externe Labore. Viele zusätzliche Werte werden nur bei einem konkreten medizinischen Verdacht bestimmt oder müssen als Selbstzahlerleistung angefordert werden.

Ein umfassendes Blutbild mit zahlreichen Parametern gehört deshalb nicht zum üblichen Angebot einer hausärztlichen Kontrolle.

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Kreatinkinase: Was der CK-Wert über die Muskelbelastung zeigt

Ein zentraler Wert, der im Rahmen einer erweiterten Blutuntersuchung bei sportlich aktiven Menschen gemessen werden kann, ist die Kreatinkinase, kurz CK. Dabei handelt es sich um ein Enzym, das hauptsächlich in den Muskeln vorkommt. Bei körperlicher Belastung gelangt ein Teil davon ins Blut.

Nach Krafttraining, langen Laufeinheiten oder ungewohnten Bewegungen kann der CK-Wert deshalb erhöht sein. Auch Muskelkater und kleine Schäden an den Muskelfasern können damit zusammenhängen. Der Wert sinkt normalerweise wieder, wenn die Muskulatur Zeit zur Erholung bekommt.

Bleibt er über längere Zeit erhöht, obwohl keine besonders harte Einheit stattgefunden hat, kann das für eine anhaltende Muskelbelastung sprechen. Bei sehr hohen Werten kommen auch andere Ursachen infrage, weshalb der Wert immer im Zusammenhang mit Training, Beschwerden und weiteren Blutwerten betrachtet wird.

Für Menschen, die regelmäßig Sport machen, kann eine CK-Messung zeigen, ob der Körper nach Belastungen ausreichend regeneriert. Sie ersetzt keine Einschätzung des eigenen Körpergefühls, kann aber erklären, warum sich Muskeln dauerhaft schwer, müde oder ungewöhnlich schmerzhaft anfühlen.

Laktatdehydrogenase: Ein Wert für Belastung und Zellstoffwechsel

Ein weiterer Parameter, der bei einer erweiterten Blutuntersuchung bestimmt werden kann, ist die Laktatdehydrogenase, kurz LDH. Dieses Enzym kommt in vielen Geweben des Körpers vor, unter anderem in Muskeln, Leber, Herz und roten Blutkörperchen. Es ist am Energiestoffwechsel der Zellen beteiligt und gelangt ins Blut, wenn Zellen stärker beansprucht oder beschädigt werden.

Nach intensiver körperlicher Belastung kann der LDH-Wert erhöht sein. Anders als die CK lässt sich LDH jedoch nicht eindeutig der Muskulatur zuordnen. Ein auffälliger Wert kann deshalb nicht allein mit Sport erklärt werden. Auch Infekte, Entzündungen oder andere Belastungen im Körper können den Wert verändern.

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Für sportlich aktive Menschen kann LDH zusammen mit CK und weiteren Blutwerten zeigen, ob der Körper gerade stärker beansprucht ist. Besonders dann, wenn Leistung und Erholung über längere Zeit nicht zusammenpassen, kann der Wert zusätzliche Informationen liefern.

Harnsäure: Was der Wert über Stoffwechsel und Ausscheidung verrät

Harnsäure entsteht beim Abbau von Purinen. Das sind Stoffe, die der Körper selbst bildet und die außerdem über bestimmte Lebensmittel aufgenommen werden. Anschließend wird die Harnsäure über die Nieren ausgeschieden. Der Blutwert zeigt, ob sich im Körper ungewöhnlich viel Harnsäure ansammelt.

Ein erhöhter Wert kann verschiedene Ursachen haben. Dazu zählen eine purinreiche Ernährung, sehr hoher Alkoholkonsum, wenig Flüssigkeit, Übergewicht, bestimmte Medikamente oder eine eingeschränkte Nierenfunktion. Auch nach intensiver Belastung oder bei starkem Muskelabbau kann sich der Wert verändern.

Bleibt die Harnsäure dauerhaft erhöht, können sich Kristalle in Gelenken ablagern und Gichtanfälle auslösen. Für sportlich aktive Menschen ist der Wert vor allem dann interessant, wenn sehr eiweißreich gegessen wird, regelmäßig hart trainiert wird oder die Flüssigkeitszufuhr nicht zum Trainingsumfang passt.

Albumin und Präalbumin: Eiweißversorgung im Blick

Albumin und Präalbumin sind Eiweiße, die im Blut gemessen werden können. Albumin wird in der Leber gebildet und ist das mengenmäßig wichtigste Eiweiß im Blut. Es transportiert unter anderem Hormone, Medikamente und verschiedene Nährstoffe. Außerdem hilft es dabei, Flüssigkeit in den Blutgefäßen zu halten.

Ein niedriger Albuminwert kann bei einer längerfristig unzureichenden Energie- oder Eiweißzufuhr auftreten. Auch Entzündungen, Lebererkrankungen oder Erkrankungen der Nieren können den Wert beeinflussen. Da Albumin sich nur langsam verändert, zeigt es eher Entwicklungen über einen längeren Zeitraum.

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Präalbumin reagiert schneller auf Veränderungen bei der Ernährung. Es kann deshalb Hinweise darauf geben, ob der Körper in den vergangenen Tagen oder Wochen ausreichend mit Energie und Eiweiß versorgt war.

Bei Menschen, die viel trainieren, in einem Kaloriendefizit sind oder über längere Zeit erschöpft wirken, können beide Werte zusammen zusätzliche Informationen liefern.

Warum diese Blutwerte auch bei Burnout-Prävention interessant sind

Kreatinkinase, Laktatdehydrogenase, Harnsäure, Albumin und Präalbumin werden vor allem bei sportlicher Belastung betrachtet. Die Werte können aber auch bei Menschen interessant sein, die sich über längere Zeit erschöpft fühlen und deren Leistungsfähigkeit im Alltag nachlässt. Damit entsteht der Übergang vom reinen Trainingsthema zu einer breiteren Betrachtung von Belastung und Erholung.

Leistungsabfall trotz Training: Wenn Blutwerte wichtige Hinweise liefern

Burnout betrifft vor allem die psychische Belastung durch anhaltenden Stress im Arbeitsalltag. Die genannten Blutwerte können Burnout weder feststellen noch verhindern. Sie werden bei Erschöpfung trotzdem manchmal zusätzlich untersucht, weil Müdigkeit, Konzentrationsprobleme und eine sinkende Belastbarkeit auch körperliche Ursachen haben können.

 

Am Anfang ist es oft schwer, zwischen einer vorübergehend anstrengenden Phase und einer Erschöpfung zu unterscheiden, die sich über Wochen festsetzt. Wer nur noch funktioniert, nach freien Tagen nicht mehr richtig auftankt oder bei kleinen Aufgaben schneller an Grenzen kommt, sollte diese Veränderungen ernst nehmen.

Blutwerte liefern dafür keine psychologische Erklärung, können aber dabei helfen, die Situation nicht auf eine einzige Ursache zu reduzieren. Ein erweitertes Blutbild kann dabei helfen, andere mögliche Gründe für anhaltende Erschöpfung nicht zu übersehen. Es ergänzt eine ärztliche oder psychologische Einschätzung, ersetzt sie aber nicht.

 

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